Nachehelicher Unterhalt: Orientierung am ursprünglichen Heimatland

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Ein Paar heiratete und lebte für einige Jahre in Deutschland; die Frau stammte aus der Ukraine, der Mann aus Deutschland. Als sich das Paar scheiden ließ, verlangte die Frau von ihrem Ex-Mann nachehelichen Unterhalt als Fortschreibung des aus Deutschland gewohnten hohen Lebensstandards. Sie argumentierte, dass eine Beurteilung der Höhe des nachehelichen Unterhalts nach ukrainischen Standards auf einen gesetzeswidrigen ehebedingten Nachteil hinausliefe, da sie durch die mit der Ehe verbundenen Rolle als Hausfrau daran gehindert worden sei, Fortbildungsmaßnahmen zu ergreifen, die sie für den deutschen Arbeitsmarkt qualifiziert hätten.

Der BGH entschied nun, dass die Berechnung des Unterhalts sich am ursprünglichen Heimatland zu orientieren habe. Insbesondere sei auf die hypothetischen Erwerbs- und Verdienstmöglichkeiten in der einstigen Heimat abzustellen, auch wenn der Vergleich mit der dortigen Lebenslage deutlich schlechter ausfalle (Urteil vom 16.01.2013; Az.: XII ZR 39/10). Allerdings könne das hypothetisch erzielbare Einkommen im Heimatland im Hinblick auf Kaufkraftunterschiede an das deutsche Preisniveau angepasst werden.

Diese Regelung gelte jedoch nur, soweit der aus dem Ausland stammende Ehegatte sein Heimatland nur wegen Eingehung der Ehe verlassen habe.

Mitgeteilt von:

Rechtsanwälte von Bergner und Özkan

Ali Özkan – Fachanwalt für Familienrecht

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